| Wald & Wüste |

 
Ich bin ein Naturbursche – oder sagen wir, das bin ich manchmal. Es gibt nämlich ein paar Dinge, mit denen ich mich nicht anfreunden kann, etwa blutsaugende Insekten; aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Aufgewachsen bin ich am Rand eines 400-Seelen-Dorfes. Hier hatte ich einen Hausberg (na gut, einen Hügel) und ein große Waldfläche quasi für mich allein. Unzählige Stunden habe ich auf den Feldern, im Wald und am Berg verbracht, habe Tiere und Pflanzen beobachtet, Gewitter bestaunt und bin zwischen wogenden Feengräsern in der Sonne gelegen.

War ich in meiner Kindheit noch ein Winterfreak, bin ich inzwischen immer mehr zum Sommerliebhaber mutiert. Jetzt kann es mir kaum mehr heiß genug sein. Unter 20°C empfinde ich es als kalt, ab 25°C wird es angenehm und bei 30°C aufwärts fühle ich mich so richtig wohl; was sich unter anderem in einem Energie- und Motivationsschub während Hitzewellen äußert. Am liebsten habe ich dabei sonniges, trockenes Wetter – mit ein Grund, weshalb mich die Wüste schon lange fasziniert. Im Frühjahr 2018 konnte ich meinen lang gehegten Wunsch in die Tat umsetzen und der Sandwüste einen Besuch abstatten. Ein Reisebericht zu meiner Tour durch Marokko findet sich HIER.

Mein liebste Landschaftsform ist aber der Wald mit all seinen Facetten und Ausprägungen. Ich genieße den Duft von Kiefernnadeln, das Rauschen des Buchenwaldes im Wind, den Waldgeruch nach dem Regen, den Ausblick von einer Lichtung oder Baumkrone – und alle Phänomene, die mit dem Wald zusammenhängen. So sind etwa Störungen ein essentieller und für die Biodiversität wichtiger Bestandteil der Walddynamik. Darunter fallen biologische Schädlinge, Pilzbefall, Windwürfe – und Waldbrände.

Seit meiner Kindheit habe ich einen besonderen Bezug zum Feuer. Vor einigen Jahren ist diese Affinität in eine Berufung umgeschlagen: Ich habe an der Universität für Bodenkultur in Wien meine Masterarbeit zur Thematik der Waldbrände in Österreich geschrieben.

Inzwischen arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Waldbrandforscher am Institut für Waldbau (und sollte irgendwann auch meine Dissertation fertigstellen). Meine Tätigkeit umfasst unter anderem die Erhebung von Waldbränden in Österreich. Daneben betreue ich den österreichischen Waldbrand-Blog, beteilige mich an der Erstellung eines integrierten Waldbrandgefahrenmodells, beschäftige mich mit Blitzschlagbränden, arbeite mit Feuerwehrvertretern zusammen und bin gelegentlich als Waldbrandexperte in Radio- und Fernsehsendungen zu Gast.