Extrembrand St. Egyden / Steinfeld
Gestern ereignete sich einer der intensivsten und großflächigsten Waldbrände, die es je in Österreich gegeben hat – und ich war als Waldbrandforscher live mit dabei!
Der Brand im Föhrenwald südlich von Saubersdorf (Niederösterreich) verwandelte sich bereits kurz nach der Entstehung in ein aktives Kronenfeuer. So hat es ausgesehen, direkt nachdem ich im Süden der Gemeinde Weikersdorf eingetroffen bin:
Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch FHD/30p eingestellt, deshalb ist das nachfolgende YouTube-Video separat. Durch die außergewöhnliche Trockenheit in Verbindung mit extrem trockener Luft (rd. 15% relative Luftfeuchtigkeit) bildete sich eine hochreichende Konvektionssäule (mit Pyrocumuluswolke) aus, die erste Anzeichen eines beginnenden Feuersturms erkennen ließ; womit gemeint ist, dass der Brand sein eigenes Windfeld generiert.
Zudem kam es zu massivem Funkenflug und zahlreichen Sekundärbränden (Flugfeuer). Solche Extrembrände sind mit technischen Mitteln nicht kontrollierbar; demnach konnte die Feuerfront auch erst am nördlichen Waldrand gestoppt werden. In Summe waren deutlich über 50 Hektar – möglicherweise sogar rund 100 Hektar – betroffen.
Für mich war dies das bisher eindrücklichste Waldbranderlebnis und es zeigt, mit welchen Bränden wir in Österreich in Zukunft vermehrt rechnen müssen. Umso mehr braucht es hier präventive Maßnahmen, wie Waldpflege, Beweidung oder kontrolliertes Abbrennen.



