{"id":1761,"date":"2015-10-16T08:48:49","date_gmt":"2015-10-16T06:48:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mortimer-mueller.at\/?page_id=1761"},"modified":"2025-05-16T23:13:52","modified_gmt":"2025-05-16T21:13:52","slug":"lyrik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.mortimer-mueller.at\/?page_id=1761","title":{"rendered":"# Lyrik"},"content":{"rendered":"<p>Begonnen hat meine schriftstellerische T\u00e4tigkeit mit dem Verfassen von Gedichten. Eine Auswahl meines lyrischen Schaffens findet ihr unten. In Summe sind bis heute mehr als hundert Werke entstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ist es klein, so siehst du nichts.<br \/>\nIst es gro\u00df, betrittst du es nicht.<br \/>\nIst es hart, dann schneidet es dich.<br \/>\nIst es weich, kannst ohne nicht sein.<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller (L\u00f6sung: Das Wasser)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Daunenschneefall fl\u00fcsterleise,<br \/>\nwindstill ruht die Winternacht,<br \/>\nder Geist so frei auf seiner Reise,<br \/>\ndurch die schimmernd kalte Pracht.<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Das Morgen kommt zu mir und spricht:<br \/>\nVergiss mich nicht!<br \/>\nDrehte ich mich um und sah:<br \/>\nHeute war nicht mehr da.<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Valentin ist ein Vampir,<br \/>\nBlut sein Lebenselixier.<br \/>\nHeute Nacht ist es vordringlich,<br \/>\nein Schluck Blut unabdinglich.<br \/>\nPl\u00f6tzlich, das darf doch wohl nicht sein,<br \/>\nsein Mund erf\u00fcllt von schrecklich\u2019 Pein.<br \/>\nDer Schmerz entflie\u00dft seinen Z\u00e4hnen,<br \/>\nund, das sollte man erw\u00e4hnen,<br \/>\ndie Eckz\u00e4hne betroffen sind,<br \/>\nwelche, das wei\u00df jedes Kind,<br \/>\nnotwendig sind, um Blut zu saugen,<br \/>\nob sie jetzt noch daf\u00fcr taugen?<\/em><\/p>\n<p><em>Valentin fasst den Entschluss,<\/em><br \/>\n<em>dass dieser Schmerz sich \u00e4ndern muss.<\/em><br \/>\n<em>Also sitzt am n\u00e4chsten Morgen,<\/em><br \/>\n<em>der Vampir erf\u00fcllt von Sorgen,<\/em><br \/>\n<em>beim Zahnarzt am Behandlungsstuhl.<\/em><\/p>\n<p><em>Was haben wir f\u00fcr ein Problem?,<\/em><br \/>\n<em>fragt der Zahnarzt. Liegt\u2019s an dem?<\/em><br \/>\n<em>Er r\u00fcttelt an den langen Spitzen,<\/em><br \/>\n<em>so scharf, dass sie die Haut anritzen.<\/em><br \/>\n<em>Valentin br\u00fcllt auf vor Schmerz.<\/em><br \/>\n<em>Haben Sie denn gar kein Herz?<\/em><br \/>\n<em>Der Zahnarzt sagt ganz ernst und leise:<\/em><br \/>\n<em>Z\u00e4hne wie bei einem Greise,<\/em><br \/>\n<em>Karies und Parodontose,<\/em><br \/>\n<em>das ist meine Diagnose.<\/em><br \/>\n<em>Eitrig sind sie, innen hohl,<\/em><br \/>\n<em>freilich f\u00fchl\u2019n Sie sich nicht wohl,<\/em><br \/>\n<em>dem letzten Schritt kann man nicht flieh\u2019n,<\/em><br \/>\n<em>diese Z\u00e4hne muss man zieh\u2019n!<\/em><br \/>\n<em>Valentin ist h\u00f6chst schockiert,<\/em><br \/>\n<em>ob er jetzt auch noch krepiert?<\/em><br \/>\n<em>Schreckensbleich erbebt sein Mund,<\/em><br \/>\n<em>gibt frei heraus die Wahrheit kund:<\/em><br \/>\n<em>Wie soll ich denn in Zukunft bei\u00dfen,<\/em><br \/>\n<em>im Blutdurst meine Beute rei\u00dfen?!<\/em><br \/>\n<em>Nun, so spricht der Zahnarzt heiter,<\/em><br \/>\n<em>ich empfehle Ihnen weiter,<\/em><br \/>\n<em>Blutkonserven von der Stange,<\/em><br \/>\n<em>denn, so sein Sie sich nicht bange,<\/em><br \/>\n<em>die kann man trinken ohne Z\u00e4hne,<\/em><br \/>\n<em>weshalb ich das so frei erw\u00e4hne?<\/em><br \/>\n<em>Der Zahnarzt l\u00e4chelt \u2013 da schau her,<\/em><br \/>\n<em>auch er hat keine Z\u00e4hne mehr.<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Im Augenblick Zerrissenheit<br \/>\nscheint grausamst ehrlich<br \/>\nwie die Zeit vergeht<br \/>\nnichts ist, was ewig bleibt<br \/>\nwir Schatten<br \/>\nin der Dunkelheit<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller (auch als Melodie umgesetzt)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Regenlauf im Nebelwald<br \/>\nvertr\u00e4umtes Tal<br \/>\nGeistatem schallt<br \/>\nim Sinnessturm der Zauberwelt<br \/>\nHerzgel\u00e4chter<br \/>\nin die Stille f\u00e4llt<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>ein Zufall, der kein Zufall ist<br \/>\ndas Schicksal, das du selber bist<br \/>\ndie Hoffnung, die du in dir hegst<br \/>\nder Zweifel, mit dem du sie erw\u00e4gst<br \/>\ndie Liebe, die dein Herz entfacht<br \/>\nder Hass, aus Eifersucht erwacht<br \/>\ndie Zeit, die zwischen deinen Fingern rinnt<br \/>\ndas Jetzt, das \u00fcber deine Zukunft sinnt<\/em><\/p>\n<p><em>ein Leben, f\u00fcr das es sich zu sterben lohnt!<\/em><br \/>\n<em>der Tod, der \u00fcber allem Leben thront<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Zeit vergeht nicht.<br \/>\nSie verl\u00e4uft.<br \/>\nSie rennt, als w\u00fcrde sie sich selbst verpassen.<br \/>\nSie hetzt, als w\u00e4re sie auf der Jagd nach Sekunden.<br \/>\nSie st\u00fcrmt, als w\u00e4re die Ewigkeit hinter ihr her.<br \/>\nIch stehe auf der rauschenden Zeitenwelle.<br \/>\nStehe, staune und denke mir:<br \/>\nDie Zeit, sie vergeht viel zu schnell &#8230;<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Sprach die Nachtigall zum Raben: &#8222;Armselig bist du, der du nicht singen kannst!&#8220;<br \/>\nErwiderte der Rabe: &#8222;Armselig bist du, die du meinen Gesang nicht verstehst.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ein Wiedehopf, ein Wiedehopf<br \/>\nder sitzt auf meinem Suppentopf!<br \/>\nVon der Br\u00fche will er naschen<br \/>\nmit dem Schnabel Nudeln haschen<br \/>\nSogleich eil&#8216; ich von h\u00f6chster Stelle<br \/>\nin der Hand die gr\u00f6\u00dfte Kelle<br \/>\nhole aus, schlag kraftvoll zu &#8211;<\/em><\/p>\n<p><em>doch auf, er fliegt, der Wiedehopf<\/em><br \/>\n<em>und ich treff&#8216; mit meiner Kelle<\/em><br \/>\n<em>nicht auf meines Unmuts Quelle<\/em><br \/>\n<em>sondern auf den Suppentopf<\/em><\/p>\n<p><em>Der edle Sud beginnt zu spritzen<\/em><br \/>\n<em>feurig meine Arme zu erhitzen<\/em><br \/>\n<em>Ich rutsche aus, knall&#8216; auf den Po<\/em><br \/>\n<em>der Wiedehopf, recht schadenfroh<\/em><br \/>\n<em>entkommt durch off&#8217;ne Fensterritzen<\/em><br \/>\n<em>Ich bleib in der Suppe sitzen<\/em><\/p>\n<p><em>Und die Moral von dem Gedicht:<\/em><br \/>\n<em>Jagst du einen Wiedehopf<\/em><br \/>\n<em>so h\u00fcte dich vorm Suppentopf!<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Un cheval<\/em><br \/>\n<em>voulait manger une fleur<\/em><br \/>\n<em>mais, \u00e1 ce moment-l\u00e0,<\/em><br \/>\n<em>cette fleur lui dit:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;On mange sans r\u00e9fl\u00e9chir,<\/em><br \/>\n<em>c&#8217;est comme avec l&#8217;amour:<\/em><br \/>\n<em>on aime sans \u00e9couter son coeur&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>et le cheval<\/em><br \/>\n<em>mangea la fleur<\/em><br \/>\n<em>sans y penser<\/em><br \/>\n<em>pour la simple raison:<\/em><\/p>\n<p><em>la langue de la fleur<\/em><br \/>\n<em>\u00e9tait l&#8217;amour<\/em><br \/>\n<em>et celle du cheval<\/em><br \/>\n<em>la faim<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>ein Ziel in naher Ferne<br \/>\nnie gesehen nie gekannt<br \/>\ndie lebende Spirale<br \/>\nzum Ziele hingebannt<\/em><\/p>\n<p><em>vermag es nur zu sp\u00fcren<\/em><br \/>\n<em>ein Br\u00fcllen nicht weit fort<\/em><br \/>\n<em>kommt stetig immer n\u00e4her<\/em><br \/>\n<em>es ist des Schicksals Ort<\/em><\/p>\n<p><em>nennt sich der Tag Entscheidung<\/em><br \/>\n<em>Ver\u00e4nderung als Sinn<\/em><br \/>\n<em>doch konnt ich niemals sagen<\/em><br \/>\n<em>Verlust oder Gewinn<\/em><\/p>\n<p><em>ich sitz in meinem Boote<\/em><br \/>\n<em>ein Strom aus Weltengier<\/em><br \/>\n<em>und warte auf die Pforte<\/em><br \/>\n<em>zur H\u00f6lle oder mir<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller (aus meinem Roman &#8222;Riss&#8220;, zudem von mir als Melodie vertont)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>im Dunkel mondenloser Nacht<br \/>\nklopfend Herz ganz scheu es lacht<br \/>\nmit Schmetterlingen Fl\u00fcgelschlag<br \/>\nwartet es auf jenen Tag<br \/>\nals das zweite Herz ihm nah<br \/>\noh wie gl\u00fccklich es da war!<br \/>\nHerz auf Herz in still Gefl\u00fcster<br \/>\nkuschelnd, l\u00e4chelnd, wunderbar<br \/>\nliebend, wartend<br \/>\nsa\u00df es da<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>ein stummer Schrei<br \/>\nvon nirgendwo<br \/>\naus einer Welt<br \/>\ndie nicht mehr ist<br \/>\nauf seinem Weg<br \/>\ndurch alles Nichts<br \/>\nwird der Schrei ganz leise<br \/>\nam Ende seiner Reise<br \/>\nist er weg<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Mortimer M. M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begonnen hat meine schriftstellerische T\u00e4tigkeit mit dem Verfassen von Gedichten. 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